Münchner Schachwinter im Olympiapark
Drei Turniere des MSC 1836 vom 27. Dezember 1990 bis 6. Januar 1991
Die ersten E-Mail-Adressen in Deutschland wurden 1990 vergeben. Die erste Website im World Wide Web ging am 6. August 1991 online. Zum Zeitpunkt des Münchner Schachwinters 1990/91 steckte das Internet also noch in den Kinderschuhen.
Das Spiellokal unseres Vereins befand sich damals noch im Olympia-Radstadion, das 2015 abgerissen wurde. An seiner Stelle wurde im September 2024 der Multifunktionskomplex SAP Garden eröffnet. Beim Schach wurde damals noch alles analog auf Papier festgehalten.
Zum Jahreswechsel 1990/91 richtete der MSC 1836 den „Münchner Schachwinter im Olympiapark“ zum zweiten Mal aus – gemeinsam mit der Münchner Olympiapark-Gesellschaft und der Hofpfisterei Ludwig Stocker, unter der Schirmherrschaft von Direktor Werner Göhner. Gespielt wurde im Pressebereich des Olympiastadions am Spiridon-Louis-Ring. Und es blieb nicht bei einem Turnier: Gleich drei Wettbewerbe standen auf dem Programm – das Internationale Titelturnier, das Dreikönigsschnellturnier sowie ein Jugend- und Schülerturnier. Sämtliche Startgelder wurden zu 100 Prozent als Preisgeld ausgeschüttet.
Das dazugehörige Turnierbulletin – 31 gescannte Seiten mit Ausschreibungen, Startranglisten, Endtabellen, den Notationen aller neun Runden und einem Pressespiegel – liegt nun vollständig digital in unserem Archiv vor.
Drei Turniere in elf Tagen
3. Internationales Titelturnier (27. Dezember 1990 bis 4. Januar 1991)
Neun Runden nach Schweizer System, zugelassen war, wer eine Wertungszahl von mehr als 2240 mitbrachte. Am Start standen 40 Spieler, darunter vier Internationale Großmeister und sechs Internationale Meister aus acht Föderationen. Der Elo-Durchschnitt lag bei 2334 Punkten. Von den 176 gespielten Partien endeten lediglich 48 mit einem Remis.
Fünf Spieler kamen auf 6,5 Punkte. Die beiden Erstplatzierten lagen mit jeweils 52,0 Buchholzpunkten gleichauf – erst die Feinwertung brachte die Entscheidung. Es gewann IM Sergey Kishnev (UdSSR) vor GM Ľubomír Ftáčnik (ČSFR), der zu dieser Zeit für den MSC 1836 spielte. Dahinter folgten GM Rustem Dautov, IM Konstantin Aseev (beide UdSSR) und IM Miroljub Lazić (Jugoslawien). Mit 6 Punkten aus 9 Partien erreichte IM Hans-Ulrich Grünberg vom MSC 1836 den 6. Platz.
Insgesamt wurden vier Normen erfüllt. Turniersieger Sergey Kishnev erzielte eine Großmeisternorm, Peter Bachmayr, Wolfgang Kaiser und Thomas Reich jeweils eine IM-Norm. Svetlana Semina erfüllte als einzige Teilnehmerin die Anforderungen für eine WIM-Norm.
Dreikönigsschnellturnier (4. und 5. Januar 1991)
Elf Runden Schweizer System mit 30 Minuten Bedenkzeit pro Spieler und Partie: Das Teilnehmerfeld war inzwischen auf 121 Spieler angewachsen. Vier Runden wurden am Freitagabend gespielt, sieben weitere am Samstag. Sieger wurde IM Goran Cabrilo (Jugoslawien) mit 9,5 Punkten aus 11 Partien, vor GM Jan Smejkal (9,0) und GM Ľubomír Ftáčnik (8,5). Bester Münchner war Oliver Roese vom MSC 1836 mit 8,0 Punkten auf Platz neun.
Jugend- und Schüler-Turnier (6. Januar 1991)
Den Abschluss bildete ein offenes Jugend- und Schüler-Turnier. Gespielt wurden sieben Runden mit 30 Minuten Bedenkzeit pro Partie. Die Siegerehrung erfolgte getrennt nach zwei Altersklassen: Jahrgang 1970 und jünger sowie Jahrgang 1974 und jünger. Das Startgeld betrug zehn beziehungsweise fünf Mark. Auch hier floss die gesamte Summe in den Preisfonds, ergänzt um Schachbücher als Sachpreise. Den Turniersieg holte sich Christian Sandor vom MSC 1836 mit 6,5 Punkten.
Der Rahmen
- Veranstalter
- Münchener Schachclub 1836, Organisation: Adolf Johann (1. Vorsitzender)
- Partner
- Münchner Olympiapark-Gesellschaft, Hofpfisterei Ludwig Stocker
- Schirmherr
- Direktor Werner Göhner, Olympiapark-Gesellschaft
- Spielort
- Pressebereich im Olympiastadion am Spiridon-Louis-Ring
- Bedenkzeit
- Titelturnier: 2 Stunden für 40 Züge, danach 20 Züge je Stunde, eine Runde pro Tag; Schnell- und Jugendturniere: 30 bzw. 20 Minuten je Partie
- Preise
- Alle Startgelder wurden zu 100 % als Preisgeld ausgeschüttet
Das Bulletin als PDF
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31 Seiten, gescannt, rund 31 MB – deshalb wird die Anzeige erst auf Klick geladen. Alternativ direkt zum PDF. Inhalt: Vorwort, Ausschreibung und FIDE-Anmeldung, Rangfolge vor Runde 1, Final-Ranking, Notationen der Runden 1 bis 9, Ausschreibung, Teilnehmer- und Ergebnislisten des Dreikönigsschnellturniers, Ausschreibung und Ergebnisliste des Jugend- und Schüler-Turniers sowie Pressemitteilung und Zeitungsausschnitte.





